Klare Sache: Spree soll sauber bleiben!

13. März 2018 | Nachhaltigkeit, Kohle, Flüsse & Gewässer

Zum Weltaktionstag der Flüsse 2018 weisen die Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Berlin und Brandenburg auf die zentrale Rolle der Spree für die hiesige Trinkwasserversorgung sowie Tier- und Pflanzenwelt hin.

Die Einhaltung der Sulfat-Grenzwerte für aus der Spree gewonnenes Trinkwasser stellt die Wasserbetriebe vor eine Herausforderung, welche neue Investitionen erfordert. Aus Sicht des BUND sollten die Berliner und Brandenburger Wasserwerke diese Kosten nicht alleine tragen müssen.

Letztes Jahr haben BUND Berlin und Brandenburg zusammen mit zahlreichen Umweltorganisationen im Rahmen der Petition “Rettet unser Wasser” über 25.000 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt. Ziel des Unterfangens ist, für einen besseren Schutz des Trinkwassers vor der Sulfatbelastung und eine Verteilung der Kosten nach dem Verursacherprinzip einzustehen.

Wir fordern, dass die Landesregierungen in Berlin und Potsdam die LEAG zur finanziellen Verantwortung ziehen. Verschmutzer müssen zahlen”, sagt Diane Le Naour, Sprecherin des Arbeitskreises Klima und Erneuerbare Energien vom BUND Berlin.

Der eisenhaltige Schlamm setzt sich am Gewässerboden ab und erstickt jegliches Leben. Diese sogenannte Verockerung der Spree bedroht sogar den Spreewald mit seiner wertvollen Natur und dem Tourismus. Der Schlamm ist außerdem laut Untersuchungen des BUND Brandenburg stark mit Schwermetallen und Arsen belastet. 

Sascha Maier, Vorstand des BUND-Brandenburg, erklärt: "Wir fordern einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung. Außerdem muss das Bergbauunternehmen nach dem Verursacherprinzip alle Kosten für Maßnahmen übernehmen, welche zur Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie nötig sind. Damit dies auch nach einer Insolvenz des Bergbaubetreibers gesichert ist, müssen die Gelder dringend als Sicherheitsleistungen eingezogen werden. Zudem müssen allgemeingültige Grenzwerte für die Einleitung der Grubenabwässer aus Tagebaugebieten festgelegt und das Monitoring durch ein geeignetes Netz an Messstellen ausgeweitet werden."

Bei der Förderung von Braunkohle in den Tagebauen der Lausitz werden schwefel- und eisenhaltige Gesteine aus der Erde freigelegt. Bei Kontakt mit Luft und Wasser zerfallen diese zu Eisenocker und Schwefelsäure, welche über Grubenabwässer erst in kleine Bäche und dann in die Spree fließen. Während der ockerfarbene Eisenschlamm im Spreewald zurückbleibt, gelangt wasserlösliches Sulfat weiter flussabwärts und stellt ein Problem für die Trinkwasserförderung von Frankfurt (Oder) und Berlin dar. Sulfat kann in hohen Menge im Trinkwasser zu gesundheitlichen und ökologischen Effekten führen, beispielsweise bei Menschen und hier besonders bei Kindern Durchfall und Erbrechen verursachen.

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